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Hallo...

liebe Freunde,

 

hier mal wieder ein kleines Update von mir:

 

Bin im Moment ziemlich beschäftigt, die Klassen laufen weiter und die Arbeit in der Bibliothek wird anscheinend auch nicht weniger. Keine Ahnung wieso wir da nicht vorankommen, aber es sieht noch so viel aus. Zum Glück ist Analee vorgestern wieder aus dem Urlaub gekommen. Sie ist ein ziemlicher Workaholic und so werden wir die nächsten Nachmittage wieder da rödeln und Staub schlucken. Ihr könnt euch nicht vorstellen wieviel Staub hier derzeit in der Luft liegt. Muss jeden Morgen meinen Fahrradsattel putzen, weil er rot ist. Und natürlich auch öfter mal die Solarplatten der Bibelschule, weil wir sonst nicht den vollen Ertrag haben.

Am Montag kam mein ehemaliger Chef aus der Hauptstadt wieder (er hing dort eine Woche fest, weil kein Flug ging) und fragte mich, wieweit ich denn mit der Broschüre über das Kasulu Bible College wäre, er flöge ich 10 Tagen nach England und wollte das Ding mitnehmen. Hatte eigentlich gedacht, die Sache hätte sich erledigt, seit er von der Bibelschule in die Kirchenverwaltung gewechselt war. Dem war nicht so. Habe aber mal mit Publisher ein bisschen rumprobiert und einen Flyer entworfen, der jetzt fast fertig ist.

Die Homepage ist auch fast fertig, ich denke, in der kommenden Woche werde ich Vollzug vermelden können.

Ach ja – ich bin jetzt auch offizieller Schulfotograf, musste jeden Schüler fotografieren für die Schülerausweise. Dabei entstanden die Fotos unten. In jedem Pastor hier steckt doch auch ein Fußballfan. =)

 


 

 

 

Die tansanische Post hat in der Zwischenzeit auch Großes geleistet: zwei Postkarten haben mich mittlerweile erreicht (kurioserweise beide in der Schweiz abgeschickt), ein Brief aus Deutschland (innerhalb von 7 Tagen war er hier) und ein Paket (dauerte einen Monat).

 

Heute musste ich in den Knast. Wieso? Christine aus Shunga hatte mir eine Tüte mit Zahnbürste, Zahnpasta, Seife und einem Liederbuch für einen Inhaftierten gegeben, der wegen angeblichen Mordes drin sitzt. Ist wohl aber unschuldig. Aber man kann nur sonntags zu Besuchszwecken rein, daher sollte ich das reinbringen.

Nach ner halben Stunde am ersten Gate habe ich den Wachbeamten mit einem evangelistischen Buch bestochen („Maswali ya msingi“ – Letzte Fragen) bis er mich endlich reingelassen hat. So habe ich mich dann Schritt für Schritt zum Gefängnisboss durchgeboxt, der mir dann sagte, dass ich als Weißer da leider nicht reindarf. Ist Gesetz. Aha, toll. Hatte leider kein zweites Buch, sonst wäre ich wahrscheinlich reingekommen. Aber ich habe zum Glück den Pastor von Shunga getroffen, der dann zusammen mit einem Beamten reingegangen ist und meine Mitbringsel mit reingenommen hat.

 

Ich bin weiterhin gesund, vermisse euch alle sehr, aber bin ja auch fast schon wieder im Anflug. Danke vielmals für eure Gebete! Bis bald mal wieder. Tommy

1 Kommentar 23.5.10 16:49, kommentieren

Sachen, die Frau auf dem Kopf transportieren kann...

... mit Kind auf dem Rücken.

 - 25 Kilo-Sack Mais – hochkant!

- 3 Spaten / Hacken

- 1 Bananenstaude

- Einen Karton mit 10 Flaschen Wasser (je 1,5 Liter)

- 15 Stangen Zuckerrohr

- 3 Meter Feuerholz

- Einen Sack Kohle (habe ich wirklich gesehen, den schleppt man normalerweise mit 2 Mann!!)

- Eine Wanne mit Fisch

- 20L Eimer Wasser aus dem Fluss

- Einen Koffer

- oder auch…

 

2 Kommentare 14.5.10 17:29, kommentieren

zum Ersten, zum Zweiten...

Gestern war ein historischer Tag in Kasulu. Leute aus dem ganzen Land (Inder, Araber, Tansanier), aber auch aus Kenia, Somalia, Burundi waren da – was war los?

Die UN lösen so langsam ihre Stationen hier auf, da die Flüchtlingslager geschlossen werden. Kasulu ist ja die „Flüchtlingshauptstadt“ in Tansania. Naja, gestern gab es dann eine große Auktion bei der Massen an Jeeps, Trucks, Bussen, Anhängern, Generatoren, PC’s und und und versteigert wurden. Schnäppchenjäger und Geschäftsleute aus ganz Ostafrika wollten sich das nicht entgehen lassen. Alex und ich waren auch da, um nach einem neuen Traktor für die Station in Matyazo zu gucken und vielleicht einen neuen Generator und Bürozubehör zu kaufen. Leider waren die Sachen alle in so einem schlechten Zustand, dass der Aufwand, alles wieder zu reparieren zu groß gewesen wäre. Da packte mich schon die Wut, wie die einheimischen Mitarbeiter mit den Fahrzeugen usw. umgegangen sind. Okay, die Straßen sind schlecht, aber wirklich jeder Spiegel war kaputt, Beulen in der Karosserie, die Sitze zerfetzt, Reifen platt… Die Geräte und Fahrzeuge sind zum großen Teil aus Deutschland über die „Gesellschaft für technische Zusammenarbeit“ gekommen – wenn die wüssten wie mit ihren Spenden umgegangen wird würden die sich das sicher nächstes Mal etwas genauer überlegen, wo die Mittel hinfließen… Auch die Fahrzeuge vor dem Verkauf mal zu putzen, hielten die Leute nicht für nötig. Spinnweben überall, teilweise sogar Pfützen im Wageninneren mit Algen drin – ist doch logo, dass man für einen großen Reisebus nicht mehr als 5000 Euro bekommt und die einheimischen Busgesellschaften sich über ein Schnäppchen freuen.

Mensch Meier!!!

 

 

2 Kommentare 8.5.10 16:50, kommentieren

Daladala, der

ist ein lokales Beförderungsmittel der Marke Toyota (Hiace). Es fährt zu Tausenden in Tansania herum und befördert Menschen für sehr kleines Geld von A nach B. Eine Stadtfahrt gibt es für 14 Cent, eine Fahrt von Kasulu nach Kigoma (80 km) kostet 2,70 Euro.

Motto auch hier: Solange man noch bequem atmen kann, ist was faul bzw. steht der Bus. Man fährt los, wenn wirklich keiner mehr reinpasst. Dass der Bus völlig überladen ist, stört den Busfahrer nicht – es kommt ja mehr Geld rein. Erst wenn aufgrund der Überlast was kaputt geht, ist das Erstaunen groß, aber das Risiko wird immer eingegangen. Mein bisheriger Rekord in einem solchen Gefährt liegt bei 28 Leuten. Kleine Kinder werden einfach durchs Fenster reingereicht und bei irgendwem auf den Schoß gesetzt. Mit Gedudel aus dem allgegenwärtigen, batteriebetriebenen Radio und guter Laune geht es los. Bzw. man wird angeschoben, bis der Motor endlich anspringt. Getankt wird meistens nur gerade soviel dass man ankommt. Leider verschätzen sich die Fahrer doch recht häufig, was dann damit endet, dass man in der Pampa liegenbleibt und der Fahrer mit einem Kanister ins nächste Dorf rennt um Benzin zu holen. Am Ende der Fahrt spürt man jeden Knochen, kann seine Beine nicht mehr bewegen, ist im Gesicht voller Staub aber doch glücklich wenn es ohne Panne geklappt hat.

Bemerkenswert sind immer die aussagekräftigen Sprüche, die die Daladalas immer großformatig auf der Heckscheibe kleben haben. Hier eine Auswahl meiner persönlichen TOP-10-Sprüche:

Platz 10: First Mama (wo steckt da der Sinn?)

Platz 9: Good Hope (wahrscheinlich darauf, dass man unbeschadet ankommt)

Platz 8: Tutarudi tena („Wir kommen wieder!“ – man weiss nur nicht wann)

Platz 7: Good Jouney (soll eigentlich „Journey“ heißen – kleiner Rechtschreibfehler)

Platz 6: Gloliousa (Kisuenglisch für „glorious“  - herrlich. Das R durch ein L ersetzt, Vokal ans Ende, fertig.)

Platz 5: No Fear! (wenn ihr diese Karre sehen würdet, wüsstet ihr warum der Spruch draufsteht)

Platz 4: Slow but sure (sagte mein Vater schon immer)

Platz 3: Better late in this life than early in the next! (Dann fahr doch auch bitte so!)

Platz 2: With women you never know (das musste auch mal gesagt werden)
Platz 1: Another day in Paradise (wenn die Tansanier sich so das Paradies vorstellen, sollten die Missionare hier Gas geben )

 


3 Kommentare 30.4.10 13:28, kommentieren

...etwas andere Regeln ;)

Hier ein kurzes Beispiel, das zeigt warum die Wirtschaft in Tansania nicht so funktioniert wie bei uns und gesundes Konkurrenzbewusstsein irgendwo im Hintergrund schlummert: Mein Freund Simon wollte gestern wieder mit dem Bus zurück nach Nairobi fahren. Andrea hat ihn morgens zur Busstation gebracht, leider war der Bus, für den er ein Ticket gekauft hatte schon eher durchgefahren. Man weiss hier nie so genau, wann der Bus kommt, in diesem Fall hatten wir uns verkalkuliert. Eine halbe Stunde später kam ein Bus der Konkurrenz durch, der dieselbe Strecke bedient. Simon durfte umsonst mitfahren, er hatte ja schon ein Ticket. Das war zwar für eine andere Gesellschaft, aber sollte der arme Junge jetzt zweimal zahlen?
Typisch Tansania, aber irgendwie doch sehr nett, oder?

2 Kommentare 29.4.10 13:00, kommentieren

Ups...

Habe den Blog sträflich vernachlässigt...

Kommt aber bald wieder was!

2 Kommentare 27.4.10 13:23, kommentieren

mir fällt kein Titel ein...

Hallo Freunde,

hier mal einige kurze Neuigkeiten von mir:

Am Montag hat der Unterricht wieder angefangen, die Klassen sind knackevoll, was dazu führte, dass das Bible College mal endlich wieder ein paar Anschaffungen tätigen konnte. Im Moment habe ich 3 externe Klassen mit jeweils 8-11 Schülern und die Bibelschüler, die ein paar mehr sind. Der Unterricht fand aber bisher nicht statt (die Schüler sind noch nicht wieder vollzählig aus dem Osterurlaub zurück).

Aber der Unterricht macht wieder Spaß, auch wenn ich manchmal laut schreien würde, wenn speziell meine SchülerINNEN die einfachsten Dinge nicht kapieren oder wild irgendwelche Dateien löschen. Aber ein paar Stoßgebete um Geduld wirken Wunder.

Während der Osterferien bin ich also endlich umgezogen, wohne jetzt in einem Zimmer + Toilette. Habe mich aber schon an die kleinere Umgebung gewöhnt. Leider kriege ich aus dem Hahn nur braunes Wasser, sodass ich immer auf Regen warten muss, wenn ich duschen will – leider regnet es nur noch selten. Oder ich hole mir bei Andrea Wasser…

Ansonsten habe ich kleinere Dinge erledigt, Pampelmusen geerntet und meine Prüfungen korrigiert. Langweilig ist mir bisher nicht geworden. Das Bible Study Mittwochs ist ein echter Segen, ich merke wie Gott wirkt!

Freue mich, dass mir viele Leute Mails schreiben! Weiter so!

Großes Dankeschön auch an Johannes für die Blindensoftware! Haji hat sich riesig gefreut, dass alles hier angekommen ist, werden die nächsten Tage mal versuchen, die Sache ans Laufen zu kriegen.

Ach ja: Danke auch nochmal für eure mitfühlenden Worte an Caro bezüglich meiner Verlängerung, an alle Glückwünsche oder auch Beschimpfungen, habe mich köstlich amüsiert!!

 

Viele Grüße,

Tommy

2 Kommentare 14.4.10 16:00, kommentieren